Mein Stromverbrauch ist aktuell recht niedrig. Kein Fernseher, keine Waschmaschine, kein Geschirrspüler; Heizen, Kochen und Backen mit Gas, im Winter mit Holz. Und die paar LEDs der Raumbeleuchtung und der Laptop ziehen dann auch nur mäßig Saft. Das Einzige, was kontinuierlich durchrödelt, ist der Kühlschrank. Sommers gibt es beim Duschen (jepp, ich bin Warmduscher) Spitzen für Warmwasser aus dem elektrischen Durchlauferhitzer. (Im Winter wird gebadet, mit Heißwasser aus dem Wasserschiff.) Aber nichts Dramatisches, alles in allem 1-2 kWh pro Tag. Da ich natürlich auch den Anspruch habe, selbst diesen geringen Verbrauch mit Ökostrom zu decken (genaur gesagt über naturstrom), komme ich mit Grundgebühr etc. auf rechnerisch über 30 ct/kWh. Nun finde ich es aber widersinnig, dieses bisschen Strom extra zig Kilometer entfernt bei einem Windmüller oder Wasserkraftbetreiber einkaufen und mir dann durchs Netz zuschicken zu lassen, nur damit ich mit den paar mickrigen Elektronen meinen Kram machen kann (z.B. diesen Text schreiben). Deshalb werde ich dieser Tage meinen Vermieter ansprechen, ob ich sein Dach missbrauchen kann für eine Photovoltaik-Anlage und eine kleine Ecke im Keller für Batteriespeicher, Wechselrichter etc. (Zu was so ein Bausparer doch gut sein kann.)
Irgendwie will er natürlich dafür entschädigt werden. Eine Möglichkeit wäre, ihm die Vergütung für meinen Eigenverbrauch (mehr als 100€/Jahr nach aktuellen Vergütungssätzen) plus x rüberzureichen. Wobei das für mich dann mit Gewerbeanmeldung und dem ganzen Zirkus fürchte ich recht aufwändig wird, weil es ja nicht mein eigenes Dach ist.
Andere Option wäre, ihn direkt dafür zu begeistern, so dass er mir den Strom dann “verkauft”. Ich gebe ihm dann als weitere Motivation ein zinsgünstiges/-loses Darlehen.
Oder vielleicht hat ein Energieversorger (ich denke da an einen von den drei üblichen Verdächtigen, also EWS Schönau, naturstrom oder Greenpeace Energy) Lust, mich ohne den Umweg über das Netz mit Strom zu versorgen. Oder aber ich frage unter den Bürgerkraftwerksgenossenschaften, ob von denen wer Lust auf so was hätte.
Der Clou an der Sache wäre, dass ich mich zu 100% aus der Photovoltaikanlage bzw. der Batterie mit Strom versorge. Am öffentlichen Stromnetz hänge ich also nicht mehr. Was den Strom für mich aktuell so teuer macht, sind zu einem erheblichen Teil die eingepreisten Netzentgelte, Ablesegebühren, Zählermiete etc. Warum soll ich das an einen schnöden Monopolisten abdrücken, wenn ich es auch einem von den “Guten” (und da zähle ich auch meinen Vermieter dazu) geben kann? Zugegeben: im Dezember und Januar wird es dann schon eng, und mehr als 2 kWp für die Anlage sind nicht drin (so fürstlich ist der Bausparer dann doch nicht). Aber im Winter liegt mein Verbrauch auch unter 1 kWh/Tag. Für die Lichterkette am 24. Dezember sollte es also in jedem Fall reichen.
Falls jemand schon Erfahrungen mit Anlagen dieser Art hat (Fallstricke, “best practices” oÄ), bitte in den Kommentaren posten.
Wird aus dem Plan etwas (wenn, dann noch 2011, da danach das EEG sowieso zum Klo runtergespült wird; drauf geschissen hat Schwarz-Gelb ja schon bisher bei jeder Gelegenheit), werde ich hier auf dem Blog den Verlauf dokumentieren. Für spätere Generationen.
Nachhaltig eben.
Pingback: Meine Flattr-Einnahmen im Juni | Andreas Hermann Bramls Blog