Was wir im Falle eines GAUs nachträglich für Atomstrom bezahlen

Ein Versicherungsmathematiker erzählt der AFP, wie hoch die Versicherungs-Prämien von Atomkraftwerken eigentlich sein müssten. So hoch sind sie nicht, denn Atomkraftwerke müssen nicht so hoch versichert werden, dass sie tatsächlich versichert sind. Weil sie ja sicher sind. Auch ohne Versicherung.

Er sagt aber auch, dass die Kosten im Falle eines GAUs dann eben von der Allgemeinheit bezahlt werden. Ein Politiker hat zwar jüngst versucht, Steuerzahler und Stromkunden voneinander abzugrenzen, aber wie viele Stromkunden gibt es, die keine Steuern zahlen, wie viele Steuerzahler, die nicht auch Stromkunden sind? Netter Versuch, würde ich sagen, aber A bleibt A, auch wenn man es in B umbenennt.

Zurück zum Versicherungsmathematiker. Wenn der Kilowattstundenpreis für Atomstrom also seiner Berechnung nach eigentlich bei 20 bis 30€ liegen müsste (wenn die Meiler ausreichend versichert wären), diese Kosten aber auf die Allgemeinheit umgelegt werden, und das auch erst im Falle eines GAUs – muss man da als Allgemeinheit nicht allein schon aus finanziellem Selbstschutz alles dafür tun, um schnellstmöglich aus der Kernenergie auszusteigen? Und beten, dass bis dahin nicht doch noch ein GAU eintritt? (Obwohl die Meiler natürlich sicher sind und deshalb nicht versichert werden müssen.)

Dann doch lieber Erneuerbare ausbauen. Die sind verglichen damit spottbillig und ein GAU ist allenfalls für die Renditen der Atomstromkonzerne zu befürchten.

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Bedienungsanleitung Atomausstieg für die Bundesregierung

Der Solarenergie-Förderverein hat einen Maßnahmenkatalog für die Bundesregierung erstellt, der auf dem Weg zum Atomausstieg abgearbeitet werden sollte.

“[I]ch möchte nur bemerken, dass, wenn die Stimme der Vernunft, der Moral und des Rechts sich im Widerspruch zu vorherrschenden Logiken befindet, dies nicht unbedingt gegen Vernunft, Moral und Recht, und nicht unbedingt für die vorherrschenden Logiken sprechen muss.”

Zu den Aussichten, dass die Bundesregierung auch nur einer dieser Empfehlungen nachkommt, ist vielleicht ein kleiner Dämpfer angezeigt. Die Sachkompetenz in Energiefragen, wie sie bei den Staatslenkern vorhanden ist, kann sich mit der meiner Steckdosenleiste zwar messen, würde aber haushoch unterliegen.

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Skandal in der Urananreicherungsanlage Gronau

So viel Dachfläche und kein einziges Modul Photovoltaik!

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Sie raffen es doch – teilweise

Immerhin haben Sie, Herr Volker Bouffier, das Konzept verstanden, das den Ausstieg aus der Kernenergie sofort möglich macht:

"Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, wir könnten uns von der Kernkraft verabschieden und künftig unseren Strombedarf decken, weil jeder hinterm Haus so einen kleinen Kühlschrank stehen hat und dann in Kraft-Wärme-Kopplung machen kann."

Ganz genau, Herr Bouffier – dezentral und erneuerbar. KWK ist da aber nur ein Teil des neuen Systems, das nur als System funktioniert. Die einzelnen Teile erscheinen mitunter lachhaft oder wie sie sagen "absurd". Das Prinzip müsste Ihnen von so absurden Sachverhalten wie dem menschlichen Körper oder dem Staatswesen des Bundeslandes Hesser her in Ansätzen vertraut sein. Nur Mut also, die Hälfte der Erkenntnis haben Sie schon geschafft!

Wenn Sie nun noch die korrekten Schlüsse ziehen, sind Sie bei einer nachhaltigen und demokratischen Energiepolitik angekommen. Da wollen Sie doch hin, richtig?

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Ist die Zeitumstellung schlecht für Strom aus Photovoltaik?

Heute habe ich mich gefragt, ob die Zeitumstellung für die Photovoltaik mit ihrem sehr eindeutigen Tageslastgang eigentlich sinnvoll ist. Oder ob dadurch nicht genau die Nachfragespitze (mittags “nach der Uhr”) gegen die Erzeugungsspitze (mittags nach Sonnenstand) verschoben wird.

Wo es auf jeden Fall eine Verschiebung geben dürftet, ist morgens. Die Sonne hätte ohne Sommerzeit eine Stunde länger Zeit, aufzugehen. D.h. Photovoltaik würde bereits “eine Stunde mehr Strom geben”, wenn die erste Nachfragespitze in der Früh kommt.

Aber wie ist es mittags? Hat das schon einmal jemand durchgerechnet?

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Sie raffen es nicht

Ach ja, Süddeutsche online. Da lässt sich Alexandra Borchardt in Spiegel-Sprech darüber aus, wie teuer und unangenehm für die Energieversorger der Atomausstieg und die Neuausrichtung hin zu Erneuerbaren Energien doch werden wird. Und auch das Mantra von den unentbehrlichen Supertrassen von der Maas bis an die Memel bzw. von Südspanien bis an den Polarkreis kotzt sie, brav von den Energieriesen vorgekaut, wieder aus.

Sinnvoll ist es jedoch, Wind, Sonne und Wasser dort in Energie umzuwandeln, wo diese natürlichen Quellen besonders reichlich vorkommen: in der Nordsee, in Spanien oder gar in Nordafrika – und sie dann über europaweite Netze zu verteilen.

Dass mit den dafür erforderlichen Investitionen – nur für die Trassen, wohlgemerkt; da bewegt sich dann noch kein einziges Elektron irgendwohin – zehntausende Bürger in Einzelleistung oder im Zusammenschluss in Genossenschaften, GbR oder GmbH & Co. KG bereits genug dezentrale Photovoltaik, Windkraft und Speicher aufbauen, dass es für uns und unsere Kindeskinder reicht, dezentral und demokratisch, scheinen der Autorin ihre "seriösen Studien" wohl nicht verraten zu haben. Überhaupt scheint der Aspekt, dass der bisherige Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland nicht wegen, sondern trotz den Energiekonzernen – dem EEG sei es gedankt – vor allem außerhalb der etablierten Energieindustrie stattgefunden hat, scheint nicht so ganz bei ihr angekommen zu sein.

Vielleicht sollte Frau Borchardt mal eine von den "unseriösen" Studien lesen? Oder gar tiefer in die Materie einsteigen? Z.B. mit den Überblickswerken von Hermann Scheer. Oder einer Monografie zu dem Thema. Das ist natürlich etwas Arbeit und für die heute üblichen Zeilenhonorare vielleicht zu viel verlangt. Aber wie sie selbst sagt, für die Energiewende müssen "[...]Bürger vieles richtig machen." Wie wäre das, wenn sie selbst damit anfinge?

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Was wir alle für den Atomausstieg tun können


Wer das Nichtstun lieber Leuten überlassen möchte, die dafür bezahlt werden (z.B. Berufspolitikern, Mitgliedern von Alibikommissionen etc.), findet nachfolgend einige Handlungsmöglichkeiten, um jetzt und ohne politisches Kasperletheater die Energiewende voranzubringen.

Stromanbieter wechseln^

Viele beziehen, obwohl sie eigentlich gegen Atomkraft sind, ihren Strom noch von Lieferanten, die Atomkraftwerke betreiben und deren Nutzung befürworten. Dafür gibt es keinen Grund mehr. Die Angebote von echten Ökostromanbietern sind oft nicht teurer, manchmal sogar erheblich billiger als Strom von konventionellen Anbietern. Das gilt besonders, wenn man noch im Tarif der Grundversorgung steht.

Weitere Infos zum Wechsel, mit Tarifrechnern und Wechselanträgen unter www.atomausstieg-selber-machen.de

Aufwand^

Gering. Für den Wechsel muss man die Stromzählernummer und den letzten Jahresverbrauch parat haben. Nach dem Wechsel zum neuen Anbieter kümmert dieser sich um alles Weitere. Das einzige, was zu tun bleibt, ist am Tag der Umstellung auf den neuen Anbieter den Stromzähler abzulesen und dem Netzbetreiber (für die meisten identisch mit dem bisherigen Anbieter) mitzuteilen.

Risiko^

Gering. Im schlimmsten Fall bezahlt man etwas mehr mit der nächsten Stromrechnung.

Kunden für Ökostrom werben^

Vor allem kleinere Gewerbe bezahlen oft deutlich mehr für ihren Strom, als wenn sie bei einem Ökostromanbieter Kunde wären. Wer also oft in ein- und denselben Laden geht und mit den Betreibern auf Du-und-Du steht, sollte unbedingt anregen, dass der Laden den Stromanbieter wechselt. Wie das geht, steht unter www.atomausstieg-selber-machen.de.

Aufwand^

Gering. Man muss sich überwinden, die Ladenbetreiber anzusprechen.

Risiko^

Man wird als Ökofuzzi abgestempelt.

Bürgerkraftwerke und Energiegenossenschaften^

Immer wieder schließen sich Bürger zusammen, um gemeinsam (meist als GbR) ein Bürgerkraftwerk zu errichten. Fragen sie bei lokalen Umweltinitiativen an (BUND, Nabu etc.) Falls nichts in Planung ist, selbst aktiv werden!

Alternativ gibt es zahlreiche Genossenschaften, die sich darauf spezialisiert haben, Anlagen für Erneuerbare Energien zu betreiben und aufzubauen.

Beispiele sind:

Ein Sonderfall ist die Energie in Bürgerhand eG in Freiburg, die als Gesellschafter in Stadtwerke einsteigen möchte und sich so für mehr Investitionen in Erneuerbare Energien einsetzen will. Wer hier Anteile erwirbt, lässt sich auf eine vornehmlich strategische Investition ein!

Wer lieber alleine vorpreschen will, kann alleine eine PV-Anlage bei sich aufs Dach legen. Niemand weiß, wie in einigen Monaten die Vergütungssätze und sonstigen Rahmenbedingungen sein werden. Warum also mit etwas warten, das man jetzt sofort umsetzen kann?

Aufwand^

Will man einfach nur “dabei sein”, ist der Aufwand für Bürgerkraftwerke oder Genossenschaften vor allem finanzieller Art. Möchte man aktiv mitwirken, etwa in der Geschäftsführung, als Aufsichtsrat einer Genossenschaft oder als “Klinkenputzer”, kommt dazu noch ein zeitlicher Aufwand, der sehr hoch sein kann.

Als "Einzelkämpfer" trägt man das gesamte Risiko allein.

Risiko^

Das eingesetzte Kapital könnte verloren gehen, bei ungünstiger Wahl der Rechtsform haftet man eventuell sogar noch über das Kapital hinaus. Bei Genossenschaften ist die Nachschusspflicht meist ausgeschlossen, dort haftet man nur in Höhe der gezeichneten Anteile.

Wirkt man aktiv mit, ist das Risiko Stress, Burnout und schlimmstenfalls früher Tod.

Dinge des täglichen Bedarfs von Unterstützern Erneuerbarer Energien beziehen^

Wer bei Händlern einkauft, die selbst Photovoltaikanlagen errichten und ihren Strom von einem Ökostromanbieter beziehen, unterstützt so indirekt die Energiewende. Beispiel wäre etwa die coop eG mit ihren Supermärkten.

Aufwand^

Mittel. Man muss herausfinden, welche Geschäfte in Frage kommen. Dann muss man seine Einkaufstour entsprechend anpassen.

Risiko^

Mittel. Die ermittelten Geschäfte könnten höhere Preise verlangen oder schlechtere Warenqualität anbieten.

Einem Verein beitreten^

Zahlreiche Vereine engagieren sich für Erneuerbare Energien, entweder als Schwerpunkt oder gemeinsam mit anderen Umweltthemen. Eine (unvollständige) Auflistung:

Aufwand^

Gering bis mittel. Mitgliedsantrag ausfüllen und abschicken. Mitgliedsbeitrag bezahlen.

Risiko^

Gering. Austritt ist jederzeit möglich

Diese Seite ergänzen^

Wer noch weitere Ideen hat, bitte als Kommentar posten!

Aufwand^

Je nach dem.

Risiko^

Alle können es lesen.

Letzte Aktualisierung: 2011-09-04

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